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Da jeder Patient anders ist, müssen sich Ärzte immer wieder auf neue Ausgangssituationen einstellen. Auf diese Herausforderung können sich die Mediziner jedoch in einem gewissen Maße vorbereiten. Das Wichtigste für ein gelungenes Aufklärungsgespräch ist eine klare Struktur sowie Raum für Pausen. So kann der Patient auf das Gesagte reagieren. Er gibt das Tempo vor und führt damit durch das Gespräch.
Zu einem gut strukturierten Gespräch gehört unter anderem, dass genügend Zeit gegeben wird. Der Zeitplan sollte dem Patienten mitgeteilt werden. Im Normalfall geht ein solches Gespräch nicht über 30 Minuten hinaus, danach wird ein Folgetermin vereinbart. Dem Patienten wird außerdem der Gesprächsablauf erklärt. Dazu gehören das Erheben sowie das Mitteilen von Informationen (Befund, Testergebnisse etc.), das Klären des weiteren Vorgehens und die Absprache des Therapieplans. Während des gesamten Gesprächs sollte der Arzt Blickkontakt halten, dem Patienten offen und zugewandt gegenübersitzen. Der Arzt sollte außerdem klären, ob der Patient einen Angehörigen zu dem Gespräch mitbringen möchte.
Kommt ein Patient ins Krankenhaus, hat er normalerweise Angst. Zumindest fühlt er sich unwohl und er möchte wissen, was mit ihm los ist. Normalerweise haben Patienten auch eine gewisse Vorstellung von ihrem aktuellen Gesundheitszustand, die vom Arzt erfragt werden sollte. Einerseits erfährt der Arzt so den Wissensstand des Patienten, andererseits erkennt er auch dessen emotionalen Zustand und kann so auf sein Gegenüber besser eingehen. Zudem fühlt sich der Patient ernst genommen und aufgehoben.
Wenn der Arzt seinerseits dem Patienten die schlechten Nachrichten im nächsten Schritt mitteilt, sollte er klar und deutlich sprechen. Besonders wenn ihm schlechte Nachrichten überbracht werden, sollte es dem Patienten ermöglicht werden, den Arzt zu verstehen. Als Arzt sollte man also in dem Gespräch Fachtermini vermeiden.
Jeder Patient reagiert individuell auf schlechte Nachrichten. Dieser Reaktion sollte in jedem Fall Raum gelassen werden. Wird der Patient wütend, ist es wichtig, dass der Arzt dies genauso aushält wie Tränen und Verzweiflung. Auch ein ruhiger Patient, der schweigt, braucht Zeit und Raum. In jedem Fall wird dem Patienten dadurch die Möglichkeit gegeben, das Gesagte aufzunehmen. In dieser Situation ist es wichtig, dass der Arzt emotional bei dem Patienten bleibt und ihm zuhört. Spiegel.de hatte hierzu die Charité Berlin im Gespräch. Die dortige Oberärztin Christine Klapp sagt: „Ich muss meine Gefühle im Griff haben. Das heißt nicht, dass ich keine Gefühle zeigen darf. Ganz im Gegenteil. Sie dürfen mich nur nicht überrollen, denn dann kann ich meinem Gegenüber keinen Halt mehr geben. Und genau den braucht er ja.“ Sie gibt sogenannte „Breaking Bad News“-Kurse an der Berliner Ärztekammer, um Ärzten die Kommunikation mit Patienten zu erleichtern. Denn „im Studium wurde ich nicht vorbereitet. Und jetzt, im Alltag, ist die Zeit eigentlich nie da – man nimmt sie sich einfach nicht“, so einer ihrer Kursteilnehmer.
Besonders wichtig für den Patienten ist, nach der Mitteilung einer schlechten Nachricht, weitere Unterstützungsmöglichkeiten zu bekommen. In diesem Teil des Gesprächs hilft es, wenn die Informationen noch einmal zusammengefasst werden. Danach kann der Arzt gemeinsam mit dem Patienten einen Therapieplan aufstellen, in dem die nächsten Schritte formuliert werden. Wird der Patient in diesen Teil aktiv eingebunden, ist ein positiver Therapieverlauf eher wahrscheinlich. Manchmal sind mehrere Gespräche notwendig, um mit dem Patienten das weitere Vorgehen zu klären. Im besten Fall wird auch die Familie in diese Absprachen eingebunden.
Neben der oben ausgeführten klaren Gesprächsführung sind sowohl Ehrlichkeit als auch Empathie gegenüber dem Patienten wichtige Voraussetzungen für ein gelungenes Aufklärungsgespräch. Der Patient hat ein Recht auf Wissen, denn dieses vermittelt auch in negativen Situationen eine gewisse Sicherheit. Das heißt nicht, dass der Arzt dem Patienten alle vorliegenden Informationen gleich im ersten Gespräch geben sollte. Vielmehr teilt er im besten Fall nur das mit, was der Patient wissen will und wonach er fragt.
Niemand überbringt gerne schlechte Nachrichten und doch ist dies ein Teil des Arztberufes. „Ich weiß, ich reiße jetzt gerade das Weltbild meines Patienten nieder. Aber ich muss es aushalten können“, fasst Parwin Mani, Ärztin in einem Kinderhospiz in Berlin, zusammen.
Ergänze den passenden Artikel
- Oft fehlt in ... Klinik ... Zeit, um sich ausführlich um ... Ängste zu kümmern.
- Wenn ... Patient ins Krankenhaus kommt, hat er meist Angst und viele Fragen.
- In ... ersten Gespräch erklärt ... Arzt ... Diagnose und ... nächsten Schritte.
- Für ... gutes Aufklärungsgespräch braucht man ... klare Struktur und auch ... Zeit für Pausen.
- ... Arzt sollte ... Patienten aufmerksam zuhören und ... Blickkontakt halten.
- Manchmal bringt ... Arzt ... schlechte Nachricht, die ... Leben von ... Patient stark verändert.
- Nach ... Gespräch braucht ... Patient oft ... Unterstützung von ... Familie.
- In ... Charité in Berlin gibt es ... Kurse für Ärzte zum Thema Kommunikation.
- Dort lernen ... Ärzte, wie man mit ... Angst von ... Patienten umgeht.
- Nicht jeder Patient reagiert gleich: ... eine wird wütend, ... andere bleibt still.
- In ... solchen Situation ist ... Empathie besonders wichtig.
- ... Arzt darf ... Gefühle zeigen, aber er muss sie auch kontrollieren.
- Nach ... Diagnose erstellt ... Arzt zusammen mit ... Patient ... Therapieplan.
- Für ... gutes Ergebnis ist es wichtig, dass ... Patient aktiv mitarbeitet.